Sternenkind Kilian

KILIANS GESCHICHTE


Kilian Kobe
* am 20.03.2009 um 9.47Uhr
† am 21.03.2009 um 16.50Uhr

Gewicht:3160g
Grösse:52cm
KU: 33 cm


Das ist meine Geschichte:

Nachdem es mir Anfangs ganz gut ging und ich nur kleine Atemprobleme hatte, stabilisierte sich mein Zustand nicht. Alles sah bis dahin noch nach Anpassungsschwierigkeiten aus, denn ich hätte ja normal noch 4 Wochen in meiner „ Einzimmerwohnung „gehabt. Es wurde nicht besser. Ich bekam schwer Luft, wimmerte nur und lag recht apathisch in meinem Wärmebettchen. Dabei war ich doch gerade erst 2-3 Stunden auf dieser Welt. Die Kindernotärzte aus der nächstgelegenen Kinderklinik waren informiert und verlegten mich und meine Mama noch am gleichen Tag, um 14 Uhr. Dort wurde ich intubiert und bekam viele viele Antibiotika. Denn wie sich herausstellte hatte ich eine sehr schwere Infektion, die wohl mein Blut zersetzte. Vermutlich aus diesem Grund reagierte mein kleiner Körper auf keines der verabreichten Antibiotika. Die Infektion breitet sich in meinem kleinen Körper, der ja noch kein Immunsystem hatte rasant schnell aus. Mein Zustand verschlechterte sich zunehmend .Die Sauerstoffsättigung in den Organen wurde immer schlechter und das schon über mehr als 20 Stunden. Organe wie Nieren, Herz und Lunge hatten nach dieser Zeit mit grosser Wahrscheinlichkeit schon irreparable Schäden genommen. Im Falle eines „Überlebens“ wären Behinderungen zu erwarten gewesen…in welchem Ausmaß hätte man nicht sagen können, oder vielleicht wollte man es auch nicht. Denn tief im Innersten, wenn wir ehrlich waren, konnten wir es uns alle ansatzweise ausmalen. Trotzdem routierte das gesamte Ärzteteam. Aber sie hatten keine Chance. Sie rannten von Anfang an der Zeit hinterher, waren nie einen Schritt voraus…die Infektion war immer schneller, verbreitete sich immer mehr und kein Arzt oder Medikament konnte es aufhalten.

Trotz alledem wurde noch Kontakt zu einer Spezialklinik aufgenommen die mich am Samstag den 21.03.2009 um 15 Uhr mit dem Hubschrauber verlegen wollten. Diese Klinik besass noch mehr Möglichkeiten, spezielle Gase zur Lungenentfaltung, eine Herz-Lungenmaschine, etc. In einem Gespräch mit dem Kinderarzt wurden meine Eltern über meinen Zustand und die Chancen zu überleben informiert. Meine Mama wäre gern mit geflogen, sie wollte bei mir sein, wenn ich zu den Englein gehe…denn dass hatte sie im Gefühl. Mama und Papa küssten mich auf die Stirn, hätten mich am liebsten fest in den Arm genommen, nie mehr hergegeben. Aber dann begann meine Reise…
Der Hubschrauber startete. Während der ersten Hälfte des Fluges stabilisierte sich mein Zustand sogar. Ich bekam wieder eine rosige Gesichtsfarbe, die Lunge arbeitet wieder besser und auch die Sauerstoffsättigung war wieder konstanter….doch dann …nicht wirklich unvorhergesehen, traf es mein kleines Herz. Es war zu schwach um weiter zu kämpfen, zulange hat es schon gedauert. Nach langer Reanimation ließen mich die Ärzte um 16.50 Uhr gehen…zu den anderen Sternenkindern. Es war mit meinen Eltern vorher so besprochen…sie ließen mich sehr sehr schweren Herzens gehen…

Kilian hat noch über den Wolken seine Reise zu den Engeln angetreten.
Es war Kilians Entscheidung…auch wenn es uns immer noch sehr weh tut…

Da wo du nun bist geht es dir besser wie es dir je auf der Erde mit den Folgen der Infektion hätte gehen können.




www.kilian-kobe.de